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Empfehlungs-Schreiben vom Arbeitgeber

Empfehlungsschreiben Arbeitgeber


Wozu ist das Empfehlungsschreiben vom Arbeitgeber gut?

Wer bei der Wohnungsbesichtigung durch einen vertrauenswürdigen Auftritt überzeugen konnte, muss nun im Anschluss auch mit seinen Bewerbungsunterlagen & Referenzen punkten. Dabei nur die Minimalanforderungen zu erfüllen, reicht häufig nicht aus. Vor allem wenn man sich gegen mehrere Bewerber durchsetzen muss, hilft eine passende Referenz - ähnlich einem Arbeitszeugnis.

Bei einer großen Anzahl von Bewerbern können Vermieter es sich leisten, die Regeln strenger zu fassen und zusätzliche Dokumente fordern, die die finanzielle und persönliche Zuverlässigkeit des potentiellen Mietinteressenten belegen sollen. Neben der unabhängigen Bonitätsauskunft durch ein Kreditschutzunternehmen und der Mietschuldenfreiheitsbescheinigung des Ex-Vermieters wird häufig auch der Arbeitgeber des Wohnungsbewerbers miteinbezogen. Ein Empfehlungsschreiben vom Arbeitgeber gibt es auch für die Wohnung, nicht nur für die neue Stelle, ist aber nicht mit einem Arbeitszeugnis zu verwechseln. Im Prinzip ist es ähnlich wie bei der Bewerbung um einen Job. Ein Referenzschreiben kann hier ungemein helfen. Nicht nur eine Mieterselbstauskunft, die ähnlich wie ein Lebenslauf gesehen werden kann. 

Gibt es viele Bewerber um einen Wohnung, kann ein Empfehlungsschreiben des Arbeitgebers sehr weiterhelfen! Denn wie soll der oder die Vermieterin denn sonst den neuen Mieter auswählen? Lass Dir für diesen Fall Referenzen schreiben:


Manchmal unangenehm: Anfragen beim Ex-Vermieter


Ein Muster bzw. entsprechende Vorlage für Deine erfolgreiche Wohnungssuche findest Du hier:


In Deutschland sind Vermieter sogar ausdrücklich berechtigt, den Arbeitgeber direkt zu kontaktieren. Allerdings dürfen dabei nur zulässige und relevante Fragen gestellt und beantwortet werden. In Österreich gibt es keine Regelung diesbezüglich.

Beim Dienstnehmer mag dies ein gewisses Unbehagen erzeugen, doch im Grunde kann er auf die Unterstützung seines Arbeitgebers vertrauen. Häufig übersiedeln ja Menschen gerade wegen des Jobs. Viele deshalb, weil sie firmenintern versetzt werden oder weil die neue Wohnung näher an der Arbeitsstätte liegt.

Gerade in diesem Fall ist es bestimmt auch dem Arbeitgeber ein Anliegen, seinen Mitarbeiter bei der Wohnungssuche zu unterstützen. Auch gegen das Verfassen eines kurzen Empfehlungsschreibens für die neue Wohnung seines Mitarbeiters wird sich kaum ein Arbeitgeber wehren.


  • Vermieter können Auskunft des Arbeitgebers verlangen
  • Wohnungswechsel häufig wegen Jobwechsel nötig
  • Unterstützung des Arbeitgebers in den meisten Fällen sicher
  • Empfehlungsschreiben vom Arbeitgeber als Referenz nützlich

Empfehlungsschreiben vom Arbeitgeber für die Wohnung - aussagekräftig?


Wer sich schon im Vorfeld um ein gutes Empfehlungsschreiben seines Arbeitgebers kümmert, kann sich durch diese Referenz sehr eindrucksvoll einen Wettbewerbsvorteil verschaffen. Für ein solches Empfehlungsschreiben stehen dem Arbeitgeber auch Muster zur Verfügung.

Üblicherweise bestätigen Arbeitgeber in dem Empfehlungsschreiben, seit wann jemand beschäftigt ist, wie viel er verdient und ob er sich in ungekündigter Stellung befindet oder nicht. Der Rest der Referenz ist ein Standardtext. Eine sehr bedeutende Zusatzinformation für den künftigen Vermieter ist auch, ob der Arbeitnehmer bereits gepfändet wird. Das geht aus den vorgelegten Gehaltsabrechnungen und Lohnbestätigungen nicht immer zwangsläufig hervor.

Wer einen guten Draht zur Chefetage hat, sollte sich aber vor allem noch mehr bestätigen lassen: Nämlich, dass er zuverlässig, pflichtbewusst und unkompliziert ist. Das ist für den Vermieter eine gewichtige Mehrinformation und stellt für Mieter die besten Referenzen dar.


  • Wettbewerbsvorteil durch Empfehlungsschreiben vom Arbeitgeber als Bewerbung um nachgefragte Wohnungen
  • Für das Empfehlungsschreiben stehen Arbeitgeber Muster zur Verfügung
  • Arbeitgeber bestätigt Dauer des (ungekündigten) Dienstverhältnisses, monatliches Gehalt bzw. Lohn sowie etwaige laufende Pfändungen
  • Empfehlungsschreiben soll auch qualitative Informationen zur Person des Dienstnehmers enthalten, die für Vermieter relevant sind 


Objektives oder subjektives Empfehlungsschreiben vom Arbeitgeber verfassen lassen?


Bei der Form und Inhalt des Empfehlungsschreibens vom Arbeitgeber ist vor allem darauf zu achten, dass klar daraus hervorgeht, wer die Empfehlung ausspricht und in welcher Position sich der empfehlende Aussteller der Empfehlung befindet. Die Daten des Arbeitgebers und Arbeitnehmers müssen vollständig sein, auch Datum und persönliche Unterschrift des Empfehlenden dürfen nicht fehlen.

Anders als beim Arbeitszeugnis kann das Empfehlungsschreiben in der Ich-Form verfasst werden und ist eine persönliche und durchaus subjektive Einschätzung des Mitarbeiters durch seinen Arbeitgeber. Es darf hierbei großzügig gelobt werden, aber auf Superlative sollte möglichst verzichtet werden. Das macht das Empfehlungsschreiben umso glaubhafter. Nicht relevant sind rein berufliche Kompetenzen, hier geht es mehr um persönliche Qualitäten und Soft Skills des Mitarbeiters wie Pflichtbewusstsein und Verlässlichkeit beispielsweise. Letztendlich handelt es sich ja um ein Referenzschreiben, und nicht um einen Lebenslauf.


  • ​Sachliches Empfehlungsschreiben des Arbeitgebers weniger aussagekräftig als persönliches
  • Angabe der Position des Empfehlenden im Referenzschreiben wichtig
  • Empfehlender schreibt in der Ich-Form und subjektiv über relevante Soft Skills seines Mitarbeiters
  • Empfehlungsschreiben des Arbeitgebers ist kein Arbeitszeugnis: Mehr Glaubwürdigkeit durch weniger Superlative


Gute Taktik: Mit Empfehlungsschreiben persönlichen Vorsprung sichern


Zynische Stimmen meinen, dass es keinen guten Eindruck mache, wenn der Mietinteressent ein Empfehlungsschreiben eines Dritten benötige.

Trotzdem ist es taktisch klug, sich vorab schon ein Empfehlungsschreiben vom Arbeitgeber zu besorgen, um es bei Bedarf dem Makler oder Vermieter gleich vorlegen zu können. Wenn umgekehrt der Wohnungsinteressent seinem Chef das Empfehlungsschreiben erst nach zwei Wochen endlich abringen kann, ist die Wohnung wahrscheinlich schon längst vergeben.

Besorgt man hingegen das Empfehlungsschreiben bereits vor der Wohnungsbesichtigung selbst, kann man gegebenenfalls noch Änderungen vornehmen lassen, wenn man mit der Formulierung nicht ganz zufrieden ist. Wer ein aussagekräftiges Empfehlungsschreiben vom Arbeitgeber unaufgefordert vorlegt, kann im Rennen um die Traumwohnung bestimmt einige Extrapunkte sammeln.


  • ​Auf Forderungen des Maklers oder Vermieters vorbereitet sein und Empfehlungsschreiben vom Arbeitgeber rechtzeitig besorgen
  • Empfehlungsschreiben vom Vermieter unaufgefordert vorlegen erzeugt Vertrauen
  • Gegebenenfalls Arbeitgeber um Änderungen der Formulierung bitten


Probezeit (k)ein Problem


Leider ziemlich schwierig für betroffene Arbeitnehmer sind befristete Dienstverträge während der Probezeit. Das ist gerade beim Wechsel des Arbeits- und Wohnortes der klassische Fall.

Der Arbeitgeber muss die Befristung in seinem Empfehlungsschreiben bekannt geben, er kann schließlich nur bestätigen, was auch zutrifft. In vielen Fällen wird aber eine Absichtserklärung möglich sein, die überzeugend einen unbefristeten Vertrag in Aussicht stellt.


  • Befristete Dienstverträge durch neuen Job sind problematisch
  • Absichtserklärung als alternatives Referenzschreiben des Arbeitgebers kann helfen


Ein Muster bzw. entsprechende Vorlage für Deine erfolgreiche Wohnungssuche findest Du hier:


Fazit: Den zukünftigen Vermieter von der eigenen Vertrauenswürdigkeit zu überzeugen, ist für Wohnungswerber mitunter sehr aufwändig, manchmal auch unangenehm. 

Aus der Sicht des Vermieters ist es aber durchaus verständlich, dass er auf Nummer sichergehen und sich bestmöglich über seinen Mieter informieren möchte. Je genauer er ihn am Anfang unter die Lupe nimmt - auch unter Zuhilfenahme von Referenzschreiben - desto unwahrscheinlicher sind spätere Konflikte und Zahlungsausfälle.


SERIE
Gängige Unterlagen für Vermieter & Mieter bei der Vermietung:

Teil 1/5: Mieterselbstauskunft & Einkommensnachweis
Teil 2/5: Mietschuldenfreiheitsbescheinigung
Teil 3/5: Empfehlungsschreiben vom Arbeitgeber
Teil 4/5: Bewerbung Wohnung: Der Lebenslauf
Teil 5/5: Das Wohnungsübergabeprotokoll

2
Bewerbung Wohnung: Der Lebenslauf
Die Mietschulden-Freiheits-Bescheinigung
 

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Sonntag, 16. Dezember 2018